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| Die
vorgeschichtliche Zeit |
Die sogenannte
"Salzofenhöhle" im Toten Gebirge in ca. 2.000
Meter Seehöhe gelegen, von den Grundlseer Berufsjägern
Ferdinand Schraml und Franz Köberl vlg. Rurl in den 20iger
Jahren unseres Jahrhunderts entdeckt, ist vermutlich eines der
älteste besiedelten Gebiet Österreichs.
Die Bewohner dieser
Höhle lebten wahrscheinlich in der Zeit zwischen 65.000
bis 31.000 v. Chr. und gingen jedenfalls in der letzten Eiszeit
unter. Von den damals lebenden Menschen selbst, hat man bis
heute keine Reste gefunden.
Von Univ.Prof. Dr. Kurt Ehrenberg
und seiner Forschergruppe wurde 1951 der Nachweis menschlicher
Tätigkeit in der Salzofenhöhe erbracht, sowie die
zumindest zeitweise Bewohnung der Höhle bewiesen. Die Knochenfunde
der Salzofenhöhle - Höhlenbären, Wölfe,
Vielfraße, aber auch Steinböcke - sind im Heimatmuseum
Bad Aussee z.T. ausgestellt.
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| Alte
Salzstraße führte oberhalb des Grundlsees |
Als im frühen
Mittelalter das Salz noch in Altaussee gesotten wurde, ist wohl
die Salzstraße, oder besser gesagt Saumweg, über
Obertressen - Untertressen oberhalb des Sees entlang nach Gößl
und über die Schneckenalm in das Salzatal von dort über
die Tauplitzalm (Salzsteigjoch) in das Stodertal, bzw. nach
Mitterndorf und weiter nach Süden gegangen.
Erst als in
Aussee gesotten wurde, gingen die Salztransporte über den
Radling in das Hinterbergertal und weiter in das Ennstal.
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| Prominenz
und Künstler am Grundlsee |
Nach Grundlsee
zog es Fürst Kinsky, die Grafen Cernin, Grafen Kesselstatt,
Grafen Meran, Graf Strachwitz u.a. Jagdpächter war zu der
Zeit in Grundlsee Ferdinand Fürst Kinsky, Fischereipächter
war ab 1872 Franz Graf von Meran (6), langjähriger Fischermeister
des Grafen von Meran war der "Fischjörg" in Mosern
21.
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An
Künstlern und anderen Berühmtheiten die Grundlsee
besuchten oder hier ihren Zweitwohnsitz besassen und besitzen,
ist die Liste fast endlos. Der Burgschauspieler Ludwig Gabillon aus Norddeutschland stammend, hatte sein Herz an den Grundlsee
verloren und 1875 im Bräuhof Ortsteil "im Kreuz"
das "Thomanseppn-Gütl", Bräuhof 33, gekauft.
Das Blockhaus baute er später dazu. Dieses Anwesen wurde
der gesellschaftliche Mittelpunkt der Künstler am Grundlsee.
Gabillon zog bald das ganze Burgtheater an den Grundlsee. Ein
Teil der Burgschauspieler wohnte im "Gasthof Schraml"
(gegr. 1861) ein anderer in verschiedenen Bauernhäusern,
z.B. Sonnenthal im Bräuhof 7 oder Josef Kainz in Gößl
4 beim vlg. Schachner. Das unbestrittene Zentrum aber war das
Haus Gabillon.
Ein Gästebuch darin eröffnete der Maler
Hans Makart mit einem Aquarell: "Eine Nixe, deren goldrotes
Haar in dunkle Wogen taucht, deren schneeige Arme sich von tiefgrünen
Bergseeufern leuchtend abheben". Und dazu setzt er ein
paar Verse: "Nach Künstler Art/Ist Hanns Makart/Über
den See geschwommen /Plötzlich angekommen/Als noch die
Gläser klangen/Ist er davon gegangen/Und die Nixe vom Grundlsee/Sprach
weinend o weh, o weh!/Warum ist der Liebste der Lieben/Nicht
am Grundlsee geblieben?/21. Juli 1875.
Verzeichnet in
diesem Gästebuch sind mit oder ohne Vers von den Burgtheaterleuten: Max Devrient, Fanny Elßler, Hallenstein, Ernst und
Helene Hartmann, Josef Levinsky, Reiners, Hermann Schöne,
Katharina Schratt, Adolf Sonnenthal, Hugo Thimig, Charlotte
Wolter u.s.W. Ferner die Maler Fux und Julius von Blaas,
der Bildhauer Viktor Tilgner, die Dichter (Schriftsteller) Alfred von Berger, Ludwig Doczy, Karoline von Gomperz .... u.s.f.
Interessant ist, daß heute die Villa Gabillon wieder einem
Burgschauspieler gehört: Kammerschauspieler Prof. Romuald
Pekny und Gattin ist der heutige Besitzer und ist dieses Gabillonhaus
wie es heute noch heißt, in den Sommermonaten wieder wie
einst ein kultureller Mittelpunkt des Ausseerlandes.
Daß der Grundlsee
auch heute noch bei den Schauspielern und Künstlern äußerst
beliebt ist, zeigen die jährlichen Gästelisten von
Grundlsee.
Zum ständigen Wohnort hat auch der bekannte Filmschauspieler Paul Dahlke mit seiner Gattin Elfe Gerhart den
Grundlsee erkoren. 1956 kaufte Dahlke die sogenannte "Hellervilla"
und war damit Nachbar zum Gabillonhaus. Paul Dahlke in der Zwischenzeit
verstorben und am Grundlseer Bergfriedhof begraben, war mit
seiner Gattin Elfe ein eifriger Werber für unseren Grundlsee.
Elfe Gerhart, die Witwe Paul Dahlkes, ist nicht nur als Schauspielerin,
sondern auch als Malerin und Bildhauerin weitum bekannt geworden.
In ihrer Villa am See ist eine Ausstellung ihrer Werke zu besichtigen.
Über Konrad
Mautner (1880 - 1924) und seine Familie zu berichten, hieße
Eulen nach Athen tragen. Es haben schon Berufenere über
ihn geschrieben und sein "Das steyrische Raspelwerk"
ist neben vielen anderen Werken von ihm, weit über die
Grenzen unseres Landes hinaus, bekannt geworden. Jahrzehnte
verbrachte die ganze Familie Mautner (Industrielle aus Wien)
die Sommermonate beim "Veit" in Gößl.
Hammer Viktor,
1882 Wien - 1968 Aurora (USA). Portraitmaler, Illustrator und
Architekt, zum Freundeskreis Konrad Mautner zählend. Er
war ein hervorragender Portraitist - die bekannten Bilder von
Konrad Mautner und Anna, seiner - Mautners Frau - stammen von
ihm. Viktor Hammer leitete im heute noch sogenannten "Hammerhaus"
in Archkogl in den Sommermonaten der 30iger Jahren eine Malerschule.
Ein Schüler Hammer's war der bekannte Maler Emmerich Millim.
Bekannt u.a. durch seine prachtvollen Landschaftsbilder aus
dem Gebiet der Hennaralm und dem Toten Gebirge.
Der bekannte Maler
und Graphiker Dietrich Heinrich Volz (1901 - 1984), ein
Holländer, der auf Batavia auf seinen Besitzungen wohnte,
wurde während des 2. Weltkrieges von den Japanern gefangen
genommen und kam in japanische Kriegsgefangenschaft. Seine Eltern,
sowie seine Frau und 3 Kinder kamen in ein Internierungslager,
wo seine Eltern und seine Frau verstarben. Anfang der 50iger
Jahre kam D.H. Volz mit seiner 2ten Frau Charlotte, die Sekretärin
bei DDDDr. J. Ude war, nach Grundlsee und kaufte hier
das "Stöcklhansn Gütl" (Bräuhof 21),
in das er nach verschiedenen Umbauten 1959 mit seiner Frau einzog.
Das wunderschöne am See gelegene Haus, welches er bis zu
seinem Tod bewohnte, wurde und wird noch von älteren Grundlseern
auch das "Ciccimarra-Haus" genannt. Seine Frau überlebte
ihn um ein Jahr und das Haus wurde dann von seinen Kindern verkauft.
Der in Grundlsee
am 3.9.1914 geborene und heute noch hier lebende akad. Bildhauer
Johann Mayerl mit seinen Werken bis weit über
die Grenzen Österreichs hinaus bekannt geworden, entstammt
einer kinderreichen Grundlseer Familie. Nach dem Besuch von
8 Klassen Volksschule in Grundlsee unter den Lehrern Hollwöger
und Geier, wurde Johann Mayerl Schüler an der 4jährigen
Bundeslehranstalt für Holzbearbeitung in Hallstatt.
Vom
1.10.1933 bis 30.7.1937 Besuch der Kunstgewerbeschule in Wien
von 1938 bis 1942 an der Akademie mit Abschluß als Holz-
und Steinbildhauer und seither in seinem Beruf tätig.
Mayerl war bald auch ein bekannter Restaurator und wurde er
vom Bundesdenkmalamt gemeinsam mit dem in Aussee lebenden
Dr. Herbert Seiberl , der für die Fassung verantwortlich
war, zur Restaurierung von gotischen Flügelaltären
u.a. in Waldburg und Gebertsham (OÖ) herangezogen. Mayerls
zahlreiche Werke profaner und geistlicher Kunst sind in der
ganzen Welt verstreut.
Zwei Kinder entstammen seiner Ehe mit Angela Mayerl. Der Sohn
Johann ist Professor an der Kunstakademie in Wien. Die Tochter
ist in Deutschland verehelicht.
Hanns Kobinger,
der Maler vom Grundlsee, am 26. Juli 1892 als drittes von fünf
Kindern in Linz geboren, hier zur Schule gegangen und später
maturiert, begann seine Laufbahn als Bankbeamter bei der Landes-Hypothekenanstalt.
Bereits während der Schulzeit zeigte sich seine künsterlische
Ader und so besuchte er die Kunstschule von Mathias May und
traf sich allmonatlich im "Club Grille" mit anderen
jungen Künstlerin unter der Führung von Prof. Franz
Kuhn.
Ein schwerer Unfall beendete 1928 seine Beamtenlaufbahn und
gab andererseits den Weg frei für seine künstlerische.
Nach einigen Jahren Auslandsaufenthalt, unter anderem in Dalmatien,
Italien und Deutschland, kam Hanns Kobinger mit seiner zweiten
Frau Eva Kirstein - Josupeit im Jahre 1935 nach Grundlsee, Archkogl
53 (in der Zlaim), wo bis kurz vor seinem Tod der ständige
Wohnort beider wurde. Hanns Kobinger, dessen künstlerisches
Schaffen durch zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen (silbernes
Ehrenzeichen der Republik Österreich) gewürdigt wurde,
verstarb am 25. 1. 1974 in Gramatstätten im Mühlviertel
und ist neben seiner Frau am Grundlsee begraben.
Während
des zweiten Weltkrieges war auch der bekannte Bildhauer Prof.
Ullmann Robert lange Jahre in Grundlsee (Bräuhof
39) wohnhaft.
Hier sollte man
aber auch einen Grundlseer nicht vergessen: Anton Otter der Ältere, Bauer, vulgo Stöckl in Gaiswinkl, geboren
1833, gestorben 1904.
Er war ein sehr belesener Mensch, konnte schon mit 10 Jahren
lesen und schreiben, das er sich selbst beibrachte. Er war für
viele Menschen ein "Rechtsberater" und "Gesuche-Schreiber".
Er gründete 1897 gemeinsam mit 5 Männer aus seiner
Umgebung die "social-demokratische Partei" in Grundlsee.
Von diesen 5 Männern hatte sozusagen als Abzeichen jeder
eine halblange Porzellanpfeife mit dem Bildnis des Anton Otter.
Er war ein leidenschaftlicher Imker und erfand eine Bienetränke,
für die er auf der Landesausstellung in Oberösterreich
1903 die "Bronzene Ehrenmedaille des Landeskulturrates"
erhielt.
Auch der steirische Dichter Peter Rosegger hat ihn einmal anläßlich
eines Aufenthaltes in Aussee im Gaiswinkl besucht.
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| Sagen |
Der Goldschatz auf der Zimitzalm
Beim sogenannten
"Boaßlbam" in der Zimitzalm gibt es einen versunkenen
Stein. Unter dem Stein war alles voll Gold und Silber. Ein Grundlseer
Bauer hatte zu der Zeit Bekanntschaft mit einem Juden der ab
und zu in diese Gegend kam. Der Jude lud den Bauern ein, ihn
in Wien zu besuchen. Dort angelangt fragte der Bauer einen Mann
um die Adresse und dieser wies in genau an das richtige Haus.
Wie erstaunt war aber unser Bauer, als ihm der gleiche Mann
die Tür öffnete, den er um die Auskunft gebeten hatte.
Er erzählte ihm, daß er soeben von der Zimitzalm
gekommen sein, wo er sich einen Sack mit Gold und Silber geholt
hat. Er zeigte ihm dann eine Kammer, wo es in allen Ecken von
Gold und Silber glänzte. "Aber wie bekommt man es?"
fragte der Bauer. Er erhielt als Antwort: "Beim Boaßlbam
liegt ein großer Stein und an diesem lehnt ein Tremmel.
Mit diesem Tremmel müßten ihrer zwei den Stein heben,
sie dürfen aber dabei kein Wort reden. Dann kann man den
Schatz heben.
Heimgekommen tat er nach den erhaltenen Anweisungen. Er nahm
seinen Bruder als Helfer und sie hoben den Stein. Als schon
das Gold hervorleuchtete, konnte sein Bruder den Hebebaum nicht
mehr halten. "Hab Bua, hab"! rief er. In diesem Augenblick
versank der Stein und seither ist der Schatz für ewig verbannt.
H. Mauskoth
Die goldene Stiege
Wo es vom
Henarweg zur Breitwies-Alm abzweigt, führen einige Stufen
in ein Loch in das Berginnere. Auf diesen Stufen führten
die "Wälischen" das Gold aus dem Berg heraus.
Ein Bauer, der auf die Alm fuhr, beobachtete einen Wälischen,
der ihm aber erklärte, daß es mit dem Gold zuende
sei und nichts mehr im Berg drinnen ist. Der Name "goldene
Stiege" ist an der Stelle aber heute noch geläufig.
H. Mauskoth
Der Wassermann
vom Grundlsee
Quelle: Sagen aus der grünen Mark, Hans von
der Sann, Graz 1911
An
einem heiteren Morgen mag es gewesen sein, als vor vielen,
vielen hundert Jahren die armen Bergler von Gößl
in ihrem Einbäumel, dem aus einem Stamme gehöhlten
Nachen, hinausfuhren in den Grundlsee und ihre Angel auswarfen
nach der flinken Forelle. Wer war glücklicher als das
arme Völklein um den See, wo alte Treue heimisch wohnt,
wo die Falschheit noch nicht hingefunden - vielleicht auch
heute noch nicht! Doch eines wollte diesen sonst so genügsamen
Naturmenschen nicht einleuchten, nämlich daß sie
ihr Salz von Hallstatt heraufbeziehen mußten, und sie
grübelten darüber nach, ob nicht auch in ihren Bergen
sich Kern, das ist Salz, vorfinden könnte.
Als
sie nun so auf dem Spiegel des Sees dahinglitten, plätscherte
das Wasser auf der einen Seite ihres Einbäumels empor,
und aus den Fluten tauchte das Gesicht eines Mannes empor,
um dessen Nacken die Locken ganz wasserförmig flossen.
Voll Mitleid zogen ihn die Fischer in das Schiffchen, ließen
ihn aber vor Schrecken fallen, als sie sahen, daß er
keine Füße, sondern einen fischartigen Unterleib
hatte. Hiebei beschädigte sich der Wassermann und wurde
darüber ungehalten; doch als die Leute mit ihm Mitleid
zeigten und ihn mit Wasser übergossen, legte sich sein
Unmut.
Und bald wurde auch das Halbmännlein redselig
und sagte: "Wißt Ihr! Mein süßes Element
wird säuerlich und gibt Erwerb Euch allen! In Eueren
Bergen lagert Kern; salzhandig rinnt's her und bei den zwei
See-Traunen raucht's!"
Darauf
gab sich das Männlein einen Schneller, und im Nu war
es auch schon wieder im Wasser und sagte lachend: "Bei
sauerer Arbeit werdet Ihr nicht übermütig werden!"
Danach verschwand es, aus dem Wasser aber erscholl es immer
schneller und leiser: "Salzhandig, salzhandig!"
Da riefen die Fischer wie aus einem Munde, "Sandling,
Sandling meint er!" Und so ward es.
Seitdem ist das salzgesättigte
Wasser vom Sandlingberg, das Element des Wassermannes, der
Ausseer Brot und Leben.
Der
"Kaiserliche Stall"
Ist das einzige denkmalgeschützte Gebäude
in Grundlsee.
Sein Name erinnert an die Zeit, als das Fischmeistergütl
in Mosern noch "Kaiserlich-Hohes Forstärar"
war.
Schon 1568 stand an der "vorderen Clausen" das Fischmeisterhaus,
das noch heute bestehende Forsthaus (Mosern 19). Dazu gehörten
neben Anger und Wiesen ein Stadl und ein Reitstall, einer
davon ist der "Kaiserliche Stall".
"Der Vischmeister am Crundlsee hat zwo
khuefuehr", das bedeutet, dass der jeweilige Fischmeister
zwei Kühe halten durfte, einer Eintragung, die 1787 auch
wieder im Grundbuch zu finden ist. In weiterer Folge wurde
diese Recht von den Förstern wahrgenommen, sodass der
Sonnenseitenförster und der Schattseitenförster
je eine Kuh im Kaiserlichen Stall einstellen durften. Im Oberstock
wurde das Heu gelagert.
1928 wurde das gesamte Anwesen dem Österreichischen
Bundesschatz einverleibt.
1941 wurde es Eigentum des Deutschen Reiches (Reichsforstverwaltung).
1947 ging es wieder in das Eigentum der Republik Österreich
über, die es 1952 namentlich den "Österreichischen
Bundesforsten" überließ. Der "Kaiserliche
Stall" wurde nicht mehr als Stall verwendet, sondern
diente als Lagerraum und als Auszahlungsraum für die
Holzknechte.
1987 kaufte die Gemeinde Grundlsee den Kaiserlichen
Stall von den Bundesforsten.
1992 pachtete die "Kulturelle Arbeitsgemeinschaft Grundlsee"
den Stall und veranstaltet seither alljährlich während
der Sommermonate verschiedene Ausstellung.
Zunächst konnte nur ein Raum genutzt werden.
Erst für die Ausstellung "Das Wiener Burgtheater
am Grundlsee" wurde 1995 zwei weitere Räume im holzgezimmerten
Obergeschoss des Stalles adaptiert.
Im gemauerten Erdgeschoss auf Straßenniveau - dem ursprünglichen
Stall - befinden sich zwei weitere Räume. Der eine dient
der Kulturellen Arbeitsgemeinschaft Grundlsee als Arbeitsraum,
der zweite als Lager- und zusätzlicher Ausstellungsraum.
DER
SCHATZ IM TOPLITZSEE
Quelle: Die Presse. - Wien, 31. Oktober 1963
Gold, Diamanten, Falschgeld, Listen und Geheimkonten
- alles soll sich unter der dunklen Oberfläche des Sees
verbergen, versenkt von SS-Kommandos in den letzten Tagen
des Krieges. Ein Kranz von Gerüchten und Legenden hat
sich seither um diese SS-Aktion gebildet, und diese führten
zu unterirdischen Fehden miteinander verfilzter, sich bekämpfender
seriöser und unseriöser Bergungstrupps ...
Es war Anfang Mai 1945. Eine Kolonne staubbedeckter Wehrmachtlastkraftwagen
rollte in Hitlers "Alpenfestung". Die Ladung bestand
aus Banknotenpressen, aus Dokumentenbeuteln und falschen Pfundnoten.
Die SS-Fälscherwerkstätte im KZ Oranienburg, in
der Häftlinge falsche Pfundnoten herstellen mußten,
mit denen Englands Währung untergraben werden sollte,
wurde verlagert, Mussolini-Befreier Skorzeny hatte die "Führer"
des "Dritten Reiches" auf die ideale Lage des Ausseer
Landes als "Schatzkammer" aufmerksam gemacht, in
die nun alles hineingepfercht wurde, was dem Zugriff der Alliierten
entzog en werden sollte: Gemälde, Gold- und Devisenbestände,
Pläne, Geheimaufzeichnungen - und die Fälscherwerkstätte.
Aber der Transport aus Oranienburg hatte Pech, die Kolonne
ging während eines Fliegerangriffes in Flammen auf.
Nur zwei Lastkraftwagen blieben übrig, fuhren ziellos
durch die Gegend, auf der Flucht vor den anrückenden
Alliierten. Was sollte mit der Ladung geschehen? Man telefonierte
mit Kaltenbrunner. Aber der hatte bereits andere Sorgen. "Schmeißt
den Plunder ins Wasser", schrie er in den Hörer
und legte auf. Sein Befehl wurde wörtlich durchgeführt.
Man setzte sich mit dem Leiter der Marineversuchsstation am
Toplitzsee in Verbindung und versenkte die Ladung.
Die Alliierten bekamen jedoch bald Wind von der Aktion. Froschmänner
begannen zu tauchen, aber sie fanden nichts. Die Schwierigkeiten
waren zu groß. "Einige Meter über dem Grund
hat sich ein Rost aus Baumstämmen gebildet, die in den
See gefallen sind", erklärten die Amerikaner. "Dieser
Rost ist eine Tode sfalle."
Doch auch die Umgebung des Sees wurde zur Falle, in der manche
Schatzsucher für immer hängenblieben. Im Februar
1946 unternahmen zwei ehemalige Mitarbeiter der Marineversuchsstation
Toplitzsee eine Bergtour auf den Feuerkogel, von der sie nicht
mehr zurückkehrten. Einen Monat später fand man
ihre Leichen hundert Meter unter dem Gipfel, unweit jenes
Platzes, auf dem ein zwischen dem Führerhauptquartier
und dem SS-Kommando Altaussee hin- und herfliegender Fieseler
Storch öfter gelandet war. Ein Unfall, mutmaßte
man.
Einem Unfall fiel im August 1955 auch ein anderer ehemaliger
Mitarbeiter der Marineversuchsstation im Gebiet um den Toplitzsee
zum Opfer, ein Frankfurter, der von einem einen Meter hohen
Plateau abglitt und dabei den Tod fand. Einige Jahre später
gab es wieder einen tödlichen Bergunfall, das Opfer war
ebenfalls in der Marineversuchsstation beschäftigt gewesen.
Waren es wirklich Unfälle? Oder hatten die Männer
etwas gesucht, vielleicht geheime Skizzen über den genauen
Versenkungsort? Wurden ihnen die Skizzen abgejagt oder entledigte
sich irgend jemand unbequemer Konkurrenten?
Im Juli 1959 gelang einer deutschen Illustrierten endlich
das, was viele Schatzsucher vorher vergeblich versucht hatten:
Ein von ihr finanziertes Bergungsteam holte aus dem Toplitzsee
Kisten mit falschen Pfundnoten im Wert vo n ungefähr
500 Millionen Schilling herauf, die in der Nationalbank in
Wien verbrannt wurden. Unmittelbar darauf wurde die Aktion
gestoppt, der See behält seine restlichen Geheimnisse
...
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