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Konrad Mautner half, die schon zur Jahrhundertwende
bedrohte Volkskultur des Ausseerlandes und damit die Identität
seiner Menschen zu retten.
Konrad war das zweitälteste ihrer vier
Kinder. Stefan, der Älteste, Erbe des väterlichen
Unternehmens, machte sich auch als Schriftsteller, Maler und
Graphiker einen Namen. Ebensolches Talent hatten die Schwestern
Katharina und Marie geerbt. Einige von Maries Bildern hängen
heute noch in Gössl, im Saal des Veit´schen Gasthofes,
wo die Mautners lange Jahre ihre Sommerfrische verbrachten
und in der Gössler Dorfkirche.
Der junge Konrad war schon Arthur Schnitzler
aufgefallen: "Conrad Mautner, Bub von fünfzehn Jahren,
großes Talent", schrieb Schnitzler 1895 in sein
Tagebuch.
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In Gössl wurde der Veit Sepp, eines
der fünf Wirtskinder, Konrads bester Freund. Von
ihm, dessen Geschwistern, vom alten Wirt Hias selbst und
von vielen anderen Gösslern hörte Konrad all
die Gstanzln, Jodler, Lieder und Gasslreime, die er in
einer der außergewöhnlichsten Volksliedersammlungen
deutscher Sprache zusammenfasste: 1910 erschien das "Steyerische
Rasplwerk, Vierzeiler, Lieder und Gasslreime aus Goessl
am Grundlsee".
Der Vater, Isidor Mautner akzeptierte die Ambitionen seines
Sohnes, kaufte ihm sogar das kleine Kanzler-Haus in Gössl. |
| Konrad selbst erwarb später
noch ein großes altes Haus in Grundlsee. Sein
Herz aber hing an Gössl. |
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"Dort - und nur dort -
war er wirklich zu Hause", schrieb der steirische
Volkskundler Victor von Geramb. "Wenn er, eine Pfeife
rauchend, mit den Holzknechten am Herde der 'Hruaßkuchl'
der alten Eggin sitzen durfte, schien er wunschlos glücklich
zu sein. Mit jedem Einheimischen verband ihn das trauliche
Du und mit seinen Grundlseer Altersgenossen ein wahrhaft
brüderliches Verhältnis. In Freud und Leid,
in Spiel und in Abenteurern, im Holzschlag und auf dem
See, in der Almhütte wie im Wirtshaus lebte der 'Hrad'
(Konrad) unter und mit ihnen völlig als ihresgleichen.
Er sprach ihre Mundart genau wie sie selbst, er trug ihre
Tracht, er 'jagerte', fischte, fuhr Plätten und Holzschlitten
wie sie, er sang und 'jugizte', tanzte, 'paschte', liebte,
rauchte und arbeitete mit ihnen und wie sie." |
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"Man wird in seinen
Schriften auch nicht die Spur jener seichten und kitschigen
'Almbleamerl' - Seligkeit finden, die den Ergüssen
bloßer 'Liebhaber' oft so unangenehm eignet",
schrieb Geramb über den Freund.
"Tracht ist nicht, wie oft vermutet wird, Ausdruck
und Relikt der Ära von Blut, Boden und Rasse, sonder
des Protests gegen diese" hat Hans Weigel den Unwissenden
und denen, die wissentlich gegen die Tracht polemisieren,
geantwortet. |
| "Sie ist auch durchaus
keine Uniform, sonder deren Gegenteil, ist Ausdruck des
extremen Individualismus und nicht nur von Tal zu Tal,
sondern sogar von Ort zu Ort, von Dorf zu Dorf verschieden.
Anderswo ist sie nicht immer und unbedingt stilrein, ist
modisch degeneriert, konfektioniert. Hier in Bad Aussee
befinden wir uns in einer ihrer Hochburgen." |

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Text aus "Aussee -bleibt
mir das schönste" von Lutz Maurer
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